Bibelstimme

Keine Seele geht verloren? Die Lüge der Allversöhnung!

Keine Seele geht verloren? Die Lüge der Allversöhnung!

Keine Seele geht verloren? Was geschieht mit denen, die sterben? Die Bibel antwortet!

Keine Seele geht ver­loren, so lehren es einige The­olo­gen. Es gibt einen Satz, der immer wieder fällt, wenn Men­schen über den Tod sprechen. Keine Seele geht ver­loren. Alle leben weit­er. Alle find­en ihren Weg. Es ist ein Satz, der trösten soll. Ein Satz, der die Angst nehmen will. Ein Satz, der sagt: Am Ende wird alles gut. Für alle. Ohne Aus­nahme. Auch für die Tiere. Auch für die ganze Schöp­fung. Alles lebt weit­er auf eine uns unbekan­nte Art und Weise. Das klingt schön. Das klingt hoff­nungsvoll. Das klingt nach ein­er Welt, in der nie­mand ver­loren geht, in der nie­mand zurück­bleibt, in der am Ende alle gerettet sind. Aber wir müssen ehrlich fra­gen: Ist das wirk­lich so? Lehrt uns die Heilige Schrift das? Lehrt uns Jesus das? Oder ist das ein Trost, den wir uns selb­st gemacht haben, weil wir den Trost der Heili­gen Schrift nicht mehr hören oder nicht mehr ertra­gen kön­nen?

Die Frage ist nicht unwichtig. Sie berührt das Zen­trum dessen, was wir glauben. Sie berührt die Frage, wer Gott ist, wer der Men­sch ist und was Erlö­sung bedeutet. Sie berührt die Frage, ob es einen Unter­schied macht, wie wir leben, ob wir glauben oder nicht glauben, ob wir Chris­tus annehmen oder ablehnen. Wenn am Ende ohne­hin alle gerettet wer­den, wenn keine Seele ver­loren geht, dann ist das Evan­geli­um nicht mehr eine Botschaft, die zur Entschei­dung ruft. Dann ist es nur noch eine Infor­ma­tion über etwas, das sowieso geschieht.

Schauen wir in die Heilige Schrift. Schauen wir, was sie sagt. Schauen wir, was Jesus selb­st lehrt. Nicht um Men­schen zu erschreck­en. Nicht um Angst zu machen. Son­dern um die Wahrheit zu hören. Um zu ver­ste­hen, was auf dem Spiel ste­ht. Um zu begreifen, warum das Evan­geli­um eine fro­he Botschaft ist.

Jesus spricht oft vom ewigen Leben. Er spricht davon, dass die, die an ihn glauben, nicht ver­loren gehen, son­dern das ewige Leben haben. Im Johan­ne­se­van­geli­um sagt er: “Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einge­bore­nen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht ver­loren wer­den, son­dern das ewige Leben haben” (Johannes 3,16). Damit alle, die an ihn glauben, nicht ver­loren wer­den. Das set­zt voraus, dass es ein Ver­lorenge­hen gibt. Dass es möglich ist, ver­loren zu gehen. Dass nicht automa­tisch alle gerettet wer­den. Der Glaube an Jesus ist der Weg, nicht ver­loren zu gehen. Nicht der Glaube an irgen­det­was. Nicht eine all­ge­meine Hoff­nung. Son­dern der Glaube an ihn.

Wenige Verse später sagt Jesus: “Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des einge­bore­nen Sohnes Gottes” (Johannes 3,18). Wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet. Das ist eine ern­ste Aus­sage. Das ist keine Dro­hung, die Jesus ausspricht, um Men­schen zu manip­ulieren. Das ist eine Beschrei­bung der Wirk­lichkeit. Wer nicht an Jesus glaubt, wer sein Leben nicht auf ihn grün­det, wer seine Schuld nicht bei ihm ablegt, der bleibt unter dem Gericht. Nicht weil Gott willkür­lich ver­dammt, son­dern weil der Men­sch die Ret­tung ablehnt, die Gott anbi­etet.

Und genau an dieser Stelle wider­spricht die Bibel jed­er Form der Allver­söh­nungslehre. Nicht weil Gott klein­herzig wäre. Nicht weil er Freude am Gericht hätte. Son­dern weil die Heilige Schrift unmissver­ständlich sagt: Ret­tung geschieht allein durch den Glauben an Jesus Chris­tus. Wer das Heil ablehnt, bleibt nicht ungerettet, weil Gott ihn wegstößt, son­dern weil er das einzige Ret­tungsange­bot nicht annimmt, das Gott selb­st aus Liebe gegeben hat. Die Allver­söh­nung behauptet, dass am Ende alle gerettet wer­den – unab­hängig von ihrem Glauben, unab­hängig von ihrer Entschei­dung, unab­hängig davon, ob sie Chris­tus annehmen oder ablehnen. Doch Jesus sagt das Gegen­teil: Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet. Nicht, weil Gott nicht ret­ten will, son­dern weil der Men­sch die Ret­tung ver­weigert.

Die Allver­söh­nung klingt men­schlich tröstlich, aber sie nimmt dem Kreuz seine Dringlichkeit, der Gnade ihre Tiefe und dem Glauben seine Notwendigkeit. Wenn am Ende alle gerettet wür­den, wäre das Kreuz nicht mehr der einzige Weg, son­dern nur ein­er von vie­len. Doch Jesus sagt: „Ich bin der Weg.“ Nicht ein Weg. Nicht ein möglich­er Weg. Der Weg. Und wer diesen Weg ablehnt, bleibt nicht automa­tisch trotz­dem gerettet. Die Bibel ken­nt keine Erlö­sung ohne Chris­tus, keine Ret­tung ohne Glauben, keine Ver­söh­nung ohne das Kreuz. Wer etwas anderes predigt, lehrt, verkün­det, ist ein Irrlehrer, ein gefährlich­er Ver­führer. Ger­ade deshalb ist das Evan­geli­um so ernst – und so voller Hoff­nung. Denn jed­er, der glaubt, wird nicht gerichtet. Jed­er, der zu Chris­tus kommt, wird angenom­men. Jed­er, der seine Schuld bei ihm ablegt, wird frei. Aber nie­mand wird gegen seinen Willen gerettet. Die Liebe Gottes zwingt nicht – sie lädt ein. Und diese Ein­ladung ist heute genau­so offen wie damals.

Jesus spricht vom Gericht. Er tut das nicht sel­ten. Er tut das nicht nur am Rande. Er spricht vom Gericht als ein­er Wirk­lichkeit, die kommt. Im Matthäu­se­van­geli­um beschreibt er das let­zte Gericht. Er sagt: “Wenn aber der Men­schen­sohn kom­men wird in sein­er Her­rlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron sein­er Her­rlichkeit, und alle Völk­er wer­den vor ihm ver­sam­melt wer­den. Und er wird sie voneinan­der schei­den, wie ein Hirt die Schafe von den Böck­en schei­det” (Matthäus 25,31–32). Er wird sie voneinan­der schei­den. Das ist keine sym­bol­is­che Rede. Das ist eine Ansage. Es gibt eine Schei­dung. Es gibt die einen und die anderen. Es gibt die, die zur Recht­en ste­hen, und die, die zur Linken ste­hen. Und diese Schei­dung hat Kon­se­quen­zen.

Jesus fährt fort und beschreibt diese Kon­se­quen­zen. Zu denen zur Recht­en sagt er: “Kommt her, ihr Geseg­neten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bere­it­et ist von Anbe­ginn der Welt!” (Matthäus 25,34). Zu denen zur Linken aber sagt er: “Geht weg von mir, ihr Ver­flucht­en, in das ewige Feuer, das bere­it­et ist dem Teufel und seinen Engeln!” (Matthäus 25,41). Und am Ende dieser Schilderung heißt es: “Und sie wer­den hinge­hen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerecht­en in das ewige Leben” (Matthäus 25,46). Diese zur ewigen Strafe. Die Gerecht­en in das ewige Leben. Das sind zwei ver­schiedene Aus­gänge. Zwei ver­schiedene Wirk­lichkeit­en. Nicht eine vorüberge­hende Läuterung, nach der am Ende doch alle gerettet wer­den. Son­dern ewige Strafe und ewiges Leben.

Das ist schw­er zu hören. Das ist schw­er zu ertra­gen. Aber es ist das, was Jesus lehrt. Es ist nicht die einzige Stelle. Es gibt viele Stellen, an denen Jesus vom Ver­lorenge­hen spricht. Er spricht von der bre­it­en Pforte, die ins Verder­ben führt, und von der engen Pforte, die zum Leben führt (Matthäus 7,13–14). Er spricht vom Unkraut, das am Ende ver­bran­nt wird (Matthäus 13,40–42). Er spricht von den Knecht­en, die hin­aus­ge­wor­fen wer­den in die Fin­ster­n­is (Matthäus 22,13). Er spricht von denen, die rufen: Herr, Herr, und denen er sagen wird: Ich habe euch nie gekan­nt (Matthäus 7,21–23). All diese Worte sind ernst. All diese Worte sind eine War­nung. All diese Worte zeigen, dass es möglich ist, ver­loren zu gehen.

Paulus lehrt das­selbe. Er schreibt an die Thes­sa­lonich­er: “Denn es ist gerecht bei Gott, mit Bedräng­nis zu vergel­ten denen, die euch bedrän­gen, euch aber, die ihr Bedräng­nis lei­det, Ruhe zu geben mit uns, wenn der Herr Jesus sich offen­baren wird vom Him­mel her mit den Engeln sein­er Macht in Feuer­flam­men, Vergel­tung zu üben an denen, die Gott nicht ken­nen und die nicht gehor­sam sind dem Evan­geli­um unseres Her­rn Jesus. Die wer­den Strafe erlei­den, das ewige Verder­ben, vom Angesicht des Her­rn her und von sein­er her­rlichen Macht” (2. Thes­sa­lonich­er 1,6–9). Ewiges Verder­ben. Das ist Paulus, nicht ein mit­te­lal­ter­lich­er Predi­ger, der mit der Hölle dro­ht. Das ist der Apos­tel, der das Evan­geli­um der Gnade verkündigt. Und er spricht vom ewigen Verder­ben für die, die Gott nicht ken­nen und dem Evan­geli­um nicht gehor­sam sind.

Das Neue Tes­ta­ment lehrt nicht, dass alle gerettet wer­den. Es lehrt, dass Ret­tung durch Jesus Chris­tus kommt. Dass es keinen anderen Weg gibt. Petrus sagt in sein­er Predigt: “Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andr­er Name unter dem Him­mel den Men­schen gegeben, durch den wir sollen selig wer­den” (Apos­telgeschichte 4,12). Kein ander­er Name. Nicht viele Wege, die alle zum Ziel führen. Son­dern ein Name. Ein Weg. Eine Tür. Jesus selb­st sagt: “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; nie­mand kommt zum Vater denn durch mich” (Johannes 14,6). Nie­mand kommt zum Vater denn durch mich. Das ist keine Enge, die Jesus aus Boshaftigkeit aufrichtet. Das ist die Wirk­lichkeit der Erlö­sung. Gott hat einen Weg bere­it­et. Und dieser Weg heißt Jesus Chris­tus.

Warum ist das so? Warum gibt es nicht viele Wege? Warum wer­den nicht alle automa­tisch gerettet? Die Antwort liegt in der Natur der Sünde und in der Natur der Erlö­sung. Sünde ist nicht ein­fach ein Fehler, der kor­rigiert wer­den muss. Sünde ist Rebel­lion gegen Gott. Sünde ist die Abwen­dung von dem, der das Leben ist. Sünde ist der Ver­such, ohne Gott zu leben, sich selb­st zum Maßstab zu machen, das eigene Leben selb­st zu bes­tim­men. Und die Folge der Sünde ist der Tod. Paulus schreibt: “Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Chris­tus Jesus, unserm Her­rn” (Römer 6,23). Der Sünde Sold ist der Tod. Nicht weil Gott willkür­lich bestraft, son­dern weil Sünde von Gott tren­nt. Und wer von Gott getren­nt ist, ist vom Leben getren­nt.

Erlö­sung ist nicht ein­fach eine Verbesserung unser­er Lage. Erlö­sung ist Ret­tung aus dem Tod. Erlö­sung ist die Ver­söh­nung mit Gott, die durch das Opfer Jesu Christi geschehen ist. Jesus ist am Kreuz gestor­ben, damit wir nicht ster­ben müssen. Er hat unsere Sünde auf sich genom­men, damit wir Verge­bung emp­fan­gen kön­nen. Er ist aufer­standen, damit wir leben kön­nen. Aber diese Erlö­sung muss angenom­men wer­den. Sie geschieht nicht automa­tisch. Sie ist ein Geschenk, aber ein Geschenk, das man annehmen muss. Wer das Geschenk ablehnt, wer sagt: Ich brauche keinen Erlös­er, ich komme selb­st zurecht, wer Jesus nicht als Her­rn anerken­nt, der bleibt in sein­er Sünde. Und wer in sein­er Sünde bleibt, der bleibt unter dem Gericht.

Das ist hart. Das wider­spricht dem Gefühl viel­er Men­schen heute. Wir leben in ein­er Zeit, in der die Vorstel­lung von Gericht und Ver­damm­nis als unbarmherzig gilt. Wir wollen einen Gott, der alle ret­tet. Einen Gott, der am Ende doch nie­man­den ver­loren gehen lässt. Einen Gott, der nicht richtet, son­dern nur liebt. Aber die Liebe Gottes und das Gericht Gottes wider­sprechen sich nicht. Gott ist Liebe. Aber Gott ist auch gerecht. Und Gerechtigkeit bedeutet, dass Sünde nicht ein­fach ignori­ert wird. Dass das Böse nicht ein­fach unter den Tep­pich gekehrt wird. Dass diejeni­gen, die andere gequält haben, die gel­o­gen haben, die gemordet haben, die Gott ver­achtet haben, nicht ein­fach so davonkom­men, als wäre nichts geschehen.

Und diese Wahrheit gilt nicht nur für einzelne Men­schen, son­dern auch für diejeni­gen, die heute poli­tis­che Macht ausüben. Auch sie ste­hen unter Gottes Gericht. Auch sie sind ver­ant­wortlich für ihr Han­deln. Wenn poli­tis­che Führer gnaden­los Krieg führen, wenn sie Gewalt recht­fer­ti­gen, wenn sie Unter­drück­ung religiös bemän­teln und meinen, im Namen Gottes zu han­deln, dann ist das nichts anderes als Gottes­lästerung. Denn Gott lässt sich nicht für men­schliche Macht­spiele instru­men­tal­isieren. Er seg­net keine Aggres­sion. Er legit­imiert keine Grausamkeit. Er ste­ht niemals auf der Seite der­er, die Leid verur­sachen und es dann mit from­men Worten übertünchen. Die Bibel ist ein­deutig: Gott ist ein Gott der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens – und wer seinen Namen miss­braucht, um Unrecht zu recht­fer­ti­gen, wird sich vor ihm ver­ant­worten müssen.

Gott richtet. Aber Gott hat auch einen Weg bere­it­et, dem Gericht zu ent­ge­hen. Und dieser Weg ist Jesus Chris­tus. Wer an ihn glaubt, wer seine Schuld bei ihm ablegt, wer ihm ver­traut, der wird nicht gerichtet. Der hat das ewige Leben. Der ist von der Ver­damm­nis befre­it. Das ist die fro­he Botschaft. Das ist das Evan­geli­um. Nicht dass alle sowieso gerettet wer­den, son­dern dass es einen Weg der Ret­tung gibt. Und dieser Weg ist offen. Für jeden. “Denn Gott will, dass allen Men­schen geholfen werde und sie zur Erken­nt­nis der Wahrheit kom­men” (1. Tim­o­theus 2,4). Gott will, dass allen geholfen werde. Aber nicht alle nehmen diese Hil­fe an. Nicht alle kom­men zur Erken­nt­nis der Wahrheit. Nicht alle glauben.

Und genau hier zeigt sich, wie gefährlich die Allver­söh­nungslehre wirk­lich ist. Denn wenn man sie zu Ende denkt, bedeutet sie: Am Ende wür­den selb­st die got­t­los­es­ten Mörder, die grausam­sten Täter, die schlimm­sten Ver­brech­er – Men­schen, die andere zer­stört, gequält, miss­braucht, erniedrigt haben – ein­fach so gerettet wer­den. Ohne Umkehr. Ohne Buße. Ohne Glauben. Ohne Chris­tus. Hitler, Stal­in, und die schlimm­sten Kinder­schän­der und Gewalt­täter – alle wür­den am Ende im Him­mel ste­hen, als wäre nichts gewe­sen. Was für eine falsche und gefährliche Irrlehre. Denn das würde bedeuten, dass Gott das Böse am Ende doch nicht ernst nimmt. Dass das Leid der Opfer keine Rolle spielt. Dass Gerechtigkeit nur ein frommes Wort ist. Dass das Kreuz nicht notwendig war. Dass der Glaube keine Bedeu­tung hat. Dass die Entschei­dung des Men­schen irrel­e­vant ist. Und dass Jesus am Ende nicht der einzige Weg wäre, son­dern nur eine Option unter vie­len.

Die Bibel wider­spricht dem entsch­ieden. Sie sagt: Gott will, dass allen geholfen werde – ja. Aber sie sagt auch: Nicht alle wollen sich helfen lassen. Gott bietet Ret­tung an – aber er zwingt nie­man­den. Er lädt ein – aber er überge­ht keinen Willen. Er öffnet den Weg – aber er respek­tiert die Entschei­dung des Men­schen. Die Allver­söh­nung klingt men­schlich tröstlich, aber sie ist zutief­st unbib­lisch. Sie nimmt dem Evan­geli­um seine Dringlichkeit, dem Kreuz seine Notwendigkeit und der Gnade ihre Tiefe. Denn Gnade ist nur dann Gnade, wenn sie angenom­men wird. Und Ret­tung ist nur dann Ret­tung, wenn man sich ret­ten lässt.

Und genau das macht die Allver­söh­nungslehre so wider­sprüch­lich: Sie behauptet am Ende, dass selb­st diejeni­gen ver­söh­nt und angenom­men wer­den, die es gar nicht wollen. Men­schen, die ihr Leben lang Chris­tus abgelehnt haben, die seine Gnade verspot­tet, seine Ein­ladung ignori­ert, seine Liebe zurück­gewiesen haben – sie alle wür­den am Ende „zwangs­gerettet“. Das aber wider­spricht nicht nur der Bibel, son­dern auch dem Wesen Gottes. Gott zwingt nie­man­den in seine Gegen­wart. Liebe, die zwingt, ist keine Liebe. Gnade, die aufgezwun­gen wird, ist keine Gnade. Erlö­sung, die ohne Glauben geschieht, ist keine Erlö­sung. Die Allver­söh­nung macht aus Gott einen, der den men­schlichen Willen überge­ht, der die Entschei­dung des Men­schen nicht ernst nimmt und der am Ende sog­ar diejeni­gen ret­tet, die aus­drück­lich nicht gerettet wer­den wollen. Das ist nicht bib­lis­che Hoff­nung, son­dern eine gefährliche Verz­er­rung des Evan­geli­ums. Denn Gott lädt ein – aber er zwingt nicht. Er ruft – aber er überge­ht nie­man­den. Seine Liebe respek­tiert den Men­schen so sehr, dass sie seine Entschei­dung ernst nimmt, selb­st wenn sie tragisch ist.

Was ist mit den Tieren? Was ist mit der Schöp­fung? Die Bibel sagt wenig über das ewige Schick­sal der Tiere. Paulus schreibt, dass die ganze Schöp­fung seufzt und sich ängstigt bis jet­zt und wartet auf die Offen­barung der Her­rlichkeit der Kinder Gottes (Römer 8,19–22). Die Schöp­fung wird befre­it wer­den von der Knechtschaft der Vergänglichkeit. Es wird eine neue Schöp­fung geben. Einen neuen Him­mel und eine neue Erde. Ob die Tiere, die wir gekan­nt haben, dort sein wer­den, sagt die Heilige Schrift nicht aus­drück­lich. Es gibt Hin­weise darauf, dass in der neuen Schöp­fung Tiere sein wer­den (Jesa­ja 11,6–9).

Aber die Heilige Schrift spricht nicht von ein­er Erlö­sung der Tiere in dem Sinne, wie sie von der Erlö­sung der Men­schen spricht. Die Tiere sind nicht in der­sel­ben Lage wie die Men­schen. Sie sind nicht gefall­en wie die Men­schen gefall­en sind. Sie sind nicht schuldig vor Gott wie die Men­schen schuldig sind. Sie brauchen keine Verge­bung. Sie brauchen keine Ver­söh­nung mit Gott. Sie sind Teil der Schöp­fung, die unter der Folge der men­schlichen Sünde lei­det, aber sie sind nicht selb­st Sün­der.

Was ist mit denen, die nie von Jesus gehört haben? Diese Frage wird oft gestellt. Und sie ist berechtigt. Paulus schreibt im Römer­brief, dass Gott sich allen Men­schen geof­fen­bart hat, durch die Schöp­fung (Römer 1,19–20). Das bedeutet: Die Men­schen haben eigentlich genug Hin­weise auf Gott. Sie sehen seine Spuren in der Schöp­fung, in ihrem Gewis­sen, in der Schön­heit und Ord­nung der Welt. Sie wis­sen inner­lich, dass es einen Gott gibt – aber sie wollen ihn nicht als Gott anerken­nen. Sie geben ihm nicht die Ehre, die ihm zuste­ht. Und deshalb kön­nen sie sich am Ende nicht her­ausre­den. Sie sind „ohne Entschuldigung“, weil sie das Licht, das sie hat­ten, bewusst ignori­ert haben.

Paulus schreibt auch: “Denn wenn Hei­den, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selb­st Gesetz. Sie beweisen damit, dass in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewis­sen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einan­der ankla­gen oder auch entschuldigen” (Römer 2,14–15). Es gibt ein Wis­sen um Gott, das allen Men­schen zugänglich ist. Es gibt ein Gewis­sen, das allen Men­schen gegeben ist. Aber dieses Wis­sen und dieses Gewis­sen reichen nicht aus, um gerettet zu wer­den. Sie reichen aus, um uns unser­er Schuld bewusst zu machen. Sie reichen aus, um uns zu zeigen, dass wir Gott ver­fehlen. Aber sie reichen nicht aus, um uns zu erlösen. Erlö­sung kommt allein durch Jesus Chris­tus. Die Heilige Schrift sagt nicht, dass alle, die nie von Jesus gehört haben, automa­tisch ver­loren gehen. Sie sagt aber auch nicht, dass sie automa­tisch gerettet wer­den.

Sie sagt, dass Gott gerecht richtet. Dass er das Herz ken­nt. Dass er weiß, wer ihn gesucht hat und wer nicht. Dass er barmherzig ist. Aber sie sagt auch, dass Ret­tung nur durch Jesus Chris­tus kommt. Diese Span­nung müssen wir aushal­ten. Wir dür­fen nicht über das hin­aus­ge­hen, was die Heilige Schrift sagt. Wir dür­fen nicht spekulieren. Wir dür­fen Gott ver­trauen, dass er gerecht ist. Aber wir dür­fen nicht die Dringlichkeit der Mis­sion aufgeben. Wir müssen das Evan­geli­um verkündi­gen, weil Men­schen ohne Chris­tus ver­loren sind. Das ist der Auf­trag, den Jesus gegeben hat: “Gehet hin in alle Welt und predigt das Evan­geli­um aller Krea­tur” (Markus 16,15). Weil es wichtig ist. Weil es Leben und Tod bedeutet.

Die Vorstel­lung, dass keine Seele ver­loren geht, ist men­schlich ver­ständlich. Sie entspringt dem Wun­sch, dass am Ende alles gut wird. Dass nie­mand lei­den muss. Dass alle gerettet wer­den. Aber sie entspricht nicht der Lehre der Heili­gen Schrift. Sie entspricht nicht dem, was Jesus selb­st gesagt hat. Und wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass diese Vorstel­lung auch die Ern­sthaftigkeit des Evan­geli­ums unter­gräbt. Wenn am Ende ohne­hin alle gerettet wer­den, warum sollte ich dann glauben? Warum sollte ich mein Leben ändern? Warum sollte ich Jesus nach­fol­gen, wenn ich auch ohne ihn zum sel­ben Ziel komme?

Das Evan­geli­um ist eine fro­he Botschaft, weil es Ret­tung anbi­etet. Weil es einen Weg aus dem Tod ins Leben gibt. Weil Jesus am Kreuz gestor­ben ist, damit wir leben kön­nen. Diese Botschaft ver­liert ihre Kraft, wenn wir sagen, dass alle sowieso gerettet wer­den. Das Evan­geli­um ist dringlich. Es ruft zur Umkehr. Es ruft zum Glauben. Es ruft dazu, Jesus als Her­rn anzunehmen. Nicht weil Gott grausam wäre, son­dern weil es keine andere Ret­tung gibt. Weil Jesus der Weg ist. Der einzige Weg.

Chris­tus ist gestor­ben und aufer­standen. Für uns. Damit wir nicht ver­loren gehen. Damit wir das ewige Leben haben. Das ist die Mitte des Glaubens. Das ist die Hoff­nung, die trägt. Nicht die Hoff­nung, dass alle sowieso gerettet wer­den. Son­dern die Hoff­nung, dass Jesus ret­tet. Dass er mich ret­tet. Dass er dich ret­tet. Dass alle, die an ihn glauben, nicht ver­loren wer­den. Das ist genug. Das ist die fro­he Botschaft.

Ehre sei Gott allein, dem Ursprung und Ziel unseres Weges. Amen.

Published by BBECK